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Tennets neuer Marketing-Trick

SuedLink ist jetzt „Windstromleitung“

Die Spezialisten für Öffentlichkeitsarbeit beim Netzbetreiber Tennet haben sich offensichtlich ein neues Konzept ausgedacht, wie sie der kritischen Öffentlichkeit ihre Stromautobahn besser „verkaufen“ können. Denn seit neuestem verwendet Tennet bei Veröffentlichungen den Zusatz „Windstromleitung“ im Zusammenhang mit dem Projektnamen SuedLink. Dies ist aktuell auch bei verschiedenen Zeitungsanzeigen des Netzbetreibers zu erkennen. Offensichtlich versuchen die Marketing-Strategen damit das ökologische Image der Stromtrasse etwas aufzuwerten.

Kohle statt Windkraft

Das SuedLink zukünftig eine Windstromleitung werden wird, ist allerdings stark zu bezweifeln. Dafür muss man sich nur die Ausbaupläne für Steinkohlekraftwerke in Norddeutschland genauer ansehen.

Quelle: Auszug aus Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur, Stand 29.10.2014
KraftwerkOrtInbetriebnahme/
Abschaltung
Leistungszugang/
-abgang
Leistungszugang Steinkohle-Kraftwerke gesamt 1.941 Megawatt
Moorburg Block B Hamburg 2014 830 Megawatt
Wilhelmshaven Wilhelmshaven 2014 731 Megawatt
Moorburg Block A Hamburg 2015 830 Megawatt
KW Hafen Block 5 Bremen 2014 bis 2015 -127 Megawatt
Gemeinschaftskraftwerk Kiel Kiel 2015 -323 Megawatt

Diese Aufstellung zeigt: Allein in den Jahren 2014/2015 wird es einen bilanziellen Zubau von Steinkohle-Kraftwerksleistung in Höhe von fast 2 Gigawatt geben. Diese neue Kraftwerksleistung entspricht beispielsweise genau der Übertragungskapazität der geplanten SuedLink Stromtrasse für die Verbindung zwischen dem norddeutschen Wilster und dem Raum Grafenrheinfeld. Angemerkt sei in diesem Zusammenhang auch, dass das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld eine Leistung von 1.480 Megawatt hat.

Zufall oder System?

Diese Frage sollte sich jeder selber beantworten können: Ein Blick auf die Landkarte verdeutlicht, dass alle Steinkohlekraftwerke rund um den Ausgangspunkt von SuedLink angeordnet sind. Mit diesen Zahlen im Hinterkopf, steht die vermeintliche „Windstromleitung SuedLink“ trotz aller Marketing-Bemühungen in einem ganz anderen Licht da.