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Landwirte befürchten neuen Todesstreifen in Deutschland

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Die Ankündigung von Probebohrungen im Zuge der Voruntersuchungen zu SuedLink sorgt für zunehmenden Protest bei Grundstücksbesitzern, Land- und Forstwirten. Eine Welle der Empörung breitet sich entlang der Trasse aus, von Schleswig Holstein bis nach Baden-Württemberg - und das zu Recht. Davon ist man auch im Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink (BBgS) und beim Bund Naturschutz (BUND) überzeugt.

SuedLink bleibt ein äußerst umstrittenes Netzausbauvorhaben und da es sich um ein Pilotprojekt handelt, dessen Größenordnung nicht einmal die Planer richtig einschätzen können, sind die Bedenken in der Bevölkerung bezüglich der Voruntersuchungen nachvollziehbar. „Ohne eine korrekte IST-Zustandserhebung und Beweissicherung im Zuge der Grundstücksbegehung können Schadensersatzforderungen später nicht vollumfänglich geltend gemacht werden.“, gibt Maria Quanz, Verbandssprecherin beim BBgS, zu bedenken. „Landwirte suchen bei uns Hilfe, denn manchmal geht es schlichtweg um die Existenz des Betriebes. Also sind Beschwichtigungsversuche – auch seitens der Politik -  definitiv fehl am Platz.

Bei Temperaturen von 40 bzw. 70 Grad entlang der Kabel stirbt der Boden

Bei den bodenkundlichen und geotechnischen Untersuchungen werden einige wesentliche Punkte – z.B. Bodenfruchtbarkeit, Humusqualität, biologische Bodenaktivität, Nährstoff-, Mineral- und Spurenelementgehalt, Wasserhaltevermögen, Infiltrationsfähigkeit des Bodens etc. - nicht ermittelt, bzw. erfasst. Die Zufahrtswege müssen für schweres Gerät ausgerichtet werden, die Bauarbeiten selbst führen unweigerlich zu massiven Bodenverdichtungen. Eine Bodenerwärmung von ca. 40° bei Gleichstrom und ca. 70° bei Wechselstrom zerstört gesunde Böden dauerhaft, die verstärkte Wasserdampfbildung führt zu einer fortschreitenden Austrocknung und macht eine sinnvolle Bewirtschaftung der Ackerflächen nicht mehr möglich. Das Bodenleben, Mikroorganismen und humusbildende Bakterien, werden abgetötet. Steffen Jodl vom Bund Naturschutz in Bayern ist alarmiert: „Hier gehen unwiederbringlich tausende Hektar wertvoller Boden für Land- und Forstwirtschaft verloren.“

Politische Entscheidungen müssen auf den Prüfstand

Und Hildegard Beyfuß von der BI Wasserlosen ergänzt: „Durch die permanente Beschleunigung der Verfahren sind Fehler in der Trassenplanung vorprogrammiert und können nicht rückgängig gemacht werden. Darüber können auch vollmundige Imagevideos der Netzbetreiber nicht hinwegtäuschen. Denn da beschreibt man eher eine gemütliche Landpartie, als die dauerhafte Zerstörung von intakten Lebens- und Naturräumen. Es gibt noch viele offene Fragen, die seitens der Politik und der Übertragungsnetzbetreiber bisher nicht beantwortet wurden.“

Das aktuelle Gutachten von Prof. Dr. Lorenz Jarass und Dipl. Ing. Carsten Siebels belegt, dass SuedLink und die P43 (Fulda-Main-Leitung) nach EU Vorgaben nicht zwingend erforderlich sind. Die Bundesfachplanungsentscheidung ist juristisch anfechtbar und begründet keine Eingriffsberechtigung für Vorhabenträger in das Eigentum von Grundstücken.

Die Netzplanung in Deutschland ist nach wie vor auf einen hohen Transportanteil von Kohle- und Atomstrom ausgerichtet. Dies belegt auch die aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Es ist an der Zeit, dass sich die politische Diskussion an wissenschaftlichen Fakten orientiert und nicht lobbygesteuert die dezentrale Energiewende an die Wand fährt.

Maria Quanz vom BBgS-Verbandssprecherin / Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink

Steffen Jodl, Regionalreferent Bund Naturschutz e.V. Bayern

Hildegard Beyfuß, Vorsitzende BI Wasserlosen

Norbert Kolb, Vorsitzender BI Bergrheinfeld